Wie wir mit starken Gefühlen unserer Kinder beziehungsfördernd umgehen können

Es gibt sie:

Diese Tage an denen man das Gefühl hat, man hat sich nur von einem Wutanfall des Kindes zum nächsten gehangelt.
Tage, an denen man denkt, man könnte in den Tränen des Kindes ertrinken und hätte für die nächsten 3 Jahre das Lärm-Pensum völlig ausgereizt.
Tage, an denen man manchmal auch einfach nur weg möchte – ganz alleine nach Bhutan zum Beispiel, wo das Bruttonationalglück Staatsaufgabe ist.

Leider kann man aber nicht weg. Nicht mal ein bisschen. Denn vor einem auf dem Boden liegt das brüllende Kleinkind und man kann es nun mal nicht einfach da liegen lassen (auch wenn wir damit gerne aus Hilflosigkeit drohen – hierzu hat meine Blogkollegin Susanne Mierau einen tollen Artikel geschrieben).
Genau das macht ja auch einen Großteil unseres Drucks aus: Wir können der Situation nicht entfliehen.
Und im schlimmsten Fall haben wir auch noch gerade Zeitdruck, Hunger, müssen aufs Klo oder alles zusammen.

Nun muss ich Sie leider enttäuschen: Es gibt keinen Zaubertrick, kein „Portal“, kein Wunder.
Aber es gibt viele Wege, die uns das Gefühl geben, an einem Wunder teilzuhaben – dem Wunder miteinander zu wachsen und eine Situation gemeinsam gemeistert zu haben.

Die meisten Werkzeuge sind banal.
Die Schwierigkeit besteht nicht darin, sie zu kennen, sondern sie zur richtigen Zeit parat zu haben. Hierfür brauche zumindest ich immer wieder Impulse, die sie mir wieder und wieder in Erinnerung rufen – auch in Stresssituationen.
Ich wünsche mir, für Sie oder Euch ein solcher Impuls sein zu können.

 

Nehmen Sie Ihr Kind und sich selbst ernst und gestehen Sie sich Beiden Ihre Gefühle zu!

Das klingt so einfach, ist es aber ganz und gar nicht. Denn wie oft können wir überhaupt nicht nachvollziehen, warum unsere Kinder wegen so einer „Kleinigkeit so ein Theater“ machen. Kleinkinder haben einfach einen so anderen Horizont als wir.

Zudem sind kleine Kinder bis ins Vorschulalter hinein in ihrem „Sortiersystem“ noch ziemlich einfach gestrickt. Es ist nämlich ein binäres System, so wie ein Computer-Code nur aus Nullen und Einsen besteht: Etwas ist ganz superduper-oberaffengeil oder aber weltuntergangs-beschissen. Und diese beiden Gefühle wechseln sich munter ab, bis das Gehirn irgendwann in der Lage ist, Abstufungen wahrzunehmen. 

Auch Alternativvorschläge annehmen ist für das kleinkindliche Gehirn nicht so einfach.
Wobei: Ich finde, das gilt für ziemlich viele Erwachsene (inklusive mir) auch. Wenn ein Traum zerplatzt, eine Vorstellung nicht umsetzbar ist, Dinge schief gehen, dann hält mich manchmal einzig und alleine meine Sozialisation ab, mich nicht auf den Boden zu werfen. Ehrlich.

Wie geht das nun mit dem Ernstnehmen?

Hier eine Liste mit Möglichkeiten:

 

Handeln Sie präventiv und beziehen Sie Ihr Kind ein anstatt es vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Beispiel Spielplatz:
„Ich bin langsam müde und hungrig und möchte gleich nach Hause gehen. Sag mir doch mal, was du noch tun möchtest, bevor wir gehen.“
Tun Sie dies mit einem großen Zeitpuffer, so dass Sie nicht bereits aus dem letzten Geduldsloch pfeifen, wenn Sie das fragen.

 

Laufen Sie Ihrem Kind nicht hinterher, sondern seien Sie einladend, so dass es zu Ihnen kommt.

Viele Kleinkinder verstehen es als Spiel, wenn Mütter ihnen hinterherlaufen und haben viel Spaß dabei wegzulaufen. Wird man ärgerlich und unterbricht das Spiel, werden die Kinder oft sehr wütend und verzweifelt.

Einfacher ist es, sich mit Ankündigung zu entfernen.

„Ich gehe schon mal zu unseren Fahrrädern. Mach du in Ruhe zu Ende und dann kommst du zu mir und wir fahren zu Papa, ja?“

Je nach Alter des Kindes sollten Sie natürlich nicht außer Blickweite verschwinden – probieren Sie aus, welche Entfernung Ihnen beiden gut tut. Hat Ihr Kind gerade mit Ängsten zu kämpfen, geht es ihm vielleicht nicht gut, wenn Sie weiter weggehen. Achten Sie gut auf seine Signale.

Als mein Sohn noch in den Kindergarten ging,  habe ich mich oft mit aller Kleidung und einem Buch auf die Hausflurtreppe gesetzt und dort meinen Morgenkaffee getrunken. In den meisten Fällen ist mein Sohn von sich aus zu mir gekommen und wir konnten in guter Stimmung aufbrechen.

 

Vermeiden Sie unnötige Baustellen.

Ihr Kind hasst es, sich morgens anzuziehen?
Kuscheln Sie es nur in eine Decke und ziehen es erst im Kindergarten an.
(Wenn es an der Kälte liegt, geht auch ein Anziehen unter der Bettdecke oder vor dem warmen Heizofen.) Frühstücken kann man auch auf dem Weg oder erst in der KiTa. Streichen Sie möglichst viel von dem, was Stress macht und denken Sie am Stress vorbei.

(Zum Thema „Selbstständigkeit – Du kannst das allein“ können Sie hier etwas lesen.)

 

Spiegeln Sie die Gefühle Ihres Kindes und beschreiben Sie, wie sich das Gefühl körperlich anfühlt.

„Oh, du bist total WÜTEND, weil ich Nein gesagt habe, hm? Du wolltest sooo gerne die große Parkgarage haben. Ich sehe, dass du ganz außer dir bist. Schlägt dein Herz gerade ganz schnell? Und ist deine Wut im Bauch oder wo fühlst du sie?“

Wenn ich das hier so schreibe, klingt es total bescheuert.
Es geht hier darum in Beziehung zu treten, einen Dialog zu führen. Und diese vier beispielhaften Sätze sind in meiner Vorstellung unterbrochen von etwas, was das Kind sagt und dementsprechend könnten sie also auch anders aussehen.
Gehen Sie auf das ein, was Ihr Kind Ihnen sagt. Es lernt seine Gefühle gerade erst kennen. Unter Umständen ist es für ihn hilfreich genau zu spüren, wie sie sich anfühlen und wo es sie merkt.

 

Interessieren Sie sich für seine Sicht der Dinge.

„Gefällt dir die Parkgarage so gut? Magst du den Aufzug oder was findest du so toll?“

Konflikte entwickeln sich oft so heftig, weil wir so gefangen sind, dass wir aufhören neugierig zu sein, wer unser Kind ist. Es ist wahr, dass manches im Leben nicht so läuft, wie wir uns das wünschen.
Aber oft ist diese Aussage damit verknüpft, die Gefühle des Kinder herunter zu spielen oder sie gar nicht wahrzunehmen. Zusätzlich zu seiner Enttäuschung und seinem Frust, fühlt sich das Kind nicht verstanden und das lässt die ganze Situation eskalieren.
Denn wir alle leiden am meisten darunter, wenn wir nicht verstanden und gesehen werden.

 

Zeigen Sie sich.

„Puh. Du bist so wütend. Dein Schreien ist so laut und das bringt mich gerade ganz durcheinander, so dass ich gerade gar nicht weiß, was ich nun machen soll. Am liebsten würde ich dich einfach in den Arm nehmen und warten, bis sich deine Wut wieder etwas vorbei geht. Weißt du was, ich setze mich jetzt einfach mal neben dich. Darf ich meine Hand auf deinen Rücken legen?“

Oft verstecken wir uns hinter dem dubiosen „man“. „Man kann nun mal nicht alles haben, was man will.“ Ihr Kind möchte aber SIE kennenlernen, mit IHNEN in Beziehung sein. Auch wenn es noch nicht alles versteht, was Sie sagen – es spürt, wenn Sie „echt“ sind. Und echt heißt übrigens auch fehlerhaft, verletzlich oder ratlos.

 

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Träumen Sie gemeinsam von der „perfekten Welt“ oder der „Erfüllung aller Wünsche“.

„Das wäre toll, wenn wir alles kaufen könnten, was wir wollen, oder? Oh ja!! Da würden mir auch schon ganz viele Sachen einfallen, die ich mir wünsche. Stell dir mal vor, du könntest mit allem hier spielen – Würdest du zuerst die Parkgarage ausprobieren oder doch erst etwas anderes? Also, ich finde die Murmelbahn ja dahinten ganz toll!“

Oder:

„Du möchtest so gerne alleine entscheiden! Stell dir mal vor, du wärst der Bestimmer? Was würdest du dann tun?“

Viele Eltern erleben, dass allein dieser Vorschlag verwirrende Gefühle in ihnen auslösen. Sie fragen sich, ob sie nicht „nachgeben“, wenn Sie so etwas sagen. Oder ob es dann nicht noch schwerer ist, das Kind mit der Wahrheit zu konfrontieren, dass es etwas Bestimmtes gerade jetzt nicht gibt, dass ein Geschäft nun zu hat, dass die Oma in Urlaub ist oder was auch immer es gerade ist.

Ich habe gerade das Gegenteil erlebt. Das gemeinsame Träumen setzt unglaublich Energien frei. Es verbindet miteinander. Es entsteht gemeinsame Freude und Verständnis füreinander und wieder ist es das Gefühl sich verstanden zu wissen und gesehen zu sein, was die Situation befriedet.

Oft beobachtet man, dass nicht ein einziges Mal auf die kindlichen Gefühle eingegangen wird, sondern nur mit Vernunft argumentiert wird – und das manchmal auch ziemlich unfreundlich: „Nein, du hast schon was bekommen. Noch etwas gibt es nicht. – Das ist auch viel zu teuer!“

Solche Aussagen trennen Sie von Ihrem Kind. Zusätzlich könnte es auch ein Missverständnis sein,  denn „haben wollen“ ist vielleicht gar nicht der wirkliche Genuss und vielleicht von den Kindern gar nicht immer gemeint, wenn sie sagen „Oh Mama, guck mal, das Flugzeug/die Barbie/der Dinosaurier!!!“

Wo verlieren Sie sich in Träumen? Also, ich liebe es ja zu IKEA zu gehen und mir vorzustellen, ganz anders zu wohnen als ich es tue (zum Beispiel ordentlich… *räusper*). Ich sitze in den vorbereiten Wohnzimmern oder stelle mir vor in den eingerichteten Schlafzimmern zu schlafen.
Mir wäre die ganze Freude genommen, wenn jemand mir sagte, dass meine Wohnung nur begrenzt groß ist und ebenso meine finanziellen Mittel.

Ich WEISS das (dieses Wissen habe ich einem Kind vielleicht voraus, aber es ist auch nicht Aufgabe des Kindes das zu wissen, sondern Aufgabe des Erwachsenen sich mit ihm über Entdeckungen zu freuen) und dennoch macht mir das einfach Spaß und gute Laune und ich liebe es, wenn jemand mitgeht und wir uns zusammen vorstellen, was toll wäre und was nicht.

 

Haben Sie keine Angst vor der Wut.

Ich lese immer wieder von Müttern, dass sie sagen:
„Ich traue mich schon gar nicht mehr, irgendwas zu machen, weil ich Angst habe, dass mein Kind wieder wütend wird. Ich nehme mich total zurück.“
Sie versuchen es also ihrem Kind Recht zu machen, damit das Kind ja nicht wütend wird.
Es sind aber zweierlei Dinge:
Das Eine ist: Sich und sein Kind gut zu kennen und nicht absichtlich Frustration zu schaffen, sondern für ein harmonisches, freudvolles Miteinander im Jetzt zu sorgen.
Das Andere jedoch ist: Seine eigenen Bedürfnisse soweit zurückzustellen und wie auf Eiern zu laufen, um einen Wutanfall zu vermeiden.

Ihr Kind möchte Ihnen begegnen. Ziehen Sie sich nicht zurück und vergessen Sie nicht, wer Sie sind.
Trauen Sie sich und Ihrem Kind zu Konflikte zu bewältigen und mit starken Gefühlen klarzukommen.
Sehen Sie starke Gefühle als eine Gelegenheit, etwas über sich und Ihr Kind zu erfahren, einander näher kennenzulernen.

Wenn Sie Angst vor den kindlichen Gefühlen haben, geben Sie Ihrem Kind mit, dass seine Gefühle etwas Großes, Bedrohliches sind, das es unbedingt zu vermeiden gilt. Und weil Sie Angst vor der Wut haben, sind Sie damit auch manipulierbar.
Auch wenn Ihr Kind diese Option vielleicht nutzt, ist es sehr bestürzend für es, dass es diese „Macht“ hat. Ihr Kind hat dann gelernt,  dass seine Eltern zu „schwach“ sind, um mit seinen Gefühlen umgehen zu können. Dies bringt eine große Einsamkeit hervor und eine Macht, die viel zu groß für ein Kind ist. 

Wut wird oft als negatives Gefühl gesehen. In einem Buch habe ich folgenden Gedankengang gelesen, der mich berührt und mein Weltbild verändert hat:

„Reiner“ Liebe wird im Allgemeinen die Farbe Weiß zugeschrieben. Nichts „Schmutziges“ oder „Böses“ soll an ihr sein.
In Wirklichkeit aber ist Weiß keine „reine“ Farbe. In Weiß kommen ALLE Farben der Welt vor und nur das Zeigen von allen Farben bringt diese strahlende Reinheit hervor.
Um wirkliche, echte, tiefe Liebe zu empfinden, muss man sich auch die Gefühle zugestehen, die gemeinhin als „Gegner“ der Liebe gelten:
Abscheu, Eifersucht, Sehnsucht nach Distanz, Zorn… Alle das möchte gesehen und angenommen werden und das Ergebnis ist Wahrhaftigkeit und Reinheit. Und ich glaube auch, dass wir nur so ANSATZWEISE so etwas wie „bedingungslose Liebe“ leben können.

Wut zeigt uns, was uns wichtig ist. Wut zeigt uns, wo wir hinwollen. Sie gibt uns erstaunliche Kräfte (und diese können bereichernd oder zerstörend eingesetzt werden). Wut ist ein absolut notwendiges Gefühl und sie ist nicht „negativ“.

Das gilt auch für Ihre eigene Wut. Sie ist okay! Sie sagt Ihnen, wo Sie unerfüllte Bedürfnisse haben. Schauen Sie da hin und nehmen Sie sich ernst.

 

Eltern als „Blitzableiter“

Oft werden die Eltern auch als „Blitzableiter“ gebraucht. Gemein, aber wahr: Wir schreien auch nicht unseren Chef an, sondern meistens abends den Partner. Das ist aber keine Respektlosigkeit, sondern ein etwas merkwürdiger Beweis unseres Vertrauens. Bei unserem Partner müssen wir nicht schauspielen, wir müssen keine gute Miene zu bösem Spiel machen, keine Maske tragen. Auch Kinder dürfen sich oft den ganzen Tag nicht zeigen. Im Kindergarten wird auf ihre Tränen vielleicht mit den Worten reagiert: „Du brauchst doch nicht zu weinen. Mama ist doch gleich wieder da.“ In der Schule sollen Sie funktionieren und es bleibt vor lauter Stundenplan keine Zeit, um in sich hineinzuhorchen und Gefühlen auf den Grund zu gehen. Diese stauen sich an und müssen irgendwo entladen werden.

Wäre es nicht interessant, wenn wir die Wut unseres Kindes als Information aufnehmen könnten, wie sehr unser Kind den Tag über unter Druck stand? Und dass es jetzt mehr denn je einen Ort der Selbstbestimmung braucht und liebende Arme, die es einfach sein lassen?

 

Mama, nichts sagen!!“

Wenn Ihr Kind während eines Wutanfalls nicht reden möchte, es nicht möchte, dass Sie etwas sagen oder es einfach nichts mehr zu sagen gibt:
Geben Sie Ihrem Kind ganz viele gute Dinge in Gedanken. Schicken Sie ihm Kraft, Liebe und einen Schutzengel, der es begleitet.

Eine kleine Anekdote:

Als ich gerade so viel über Wut (vor allem meine eigene) gelernt hatte, dass mir das Spiegeln und das Einfühlen etwas leichter von der Hand ging, fing meinem Sohn mein „Psychogequatsche“ an, furchtbar auf die Nerven zu gehen. Vielleicht fiel es mir noch schwer, wirklich „echt“ zu sein; vielleicht hinderte ihn mein Gebrabbel (was oft mehr dazu diente, MICH zu beruhigen als ihn) daran, sich wirklich auf sich selbst und seine Gefühle zu konzentrieren.
Was auch immer der Grund war: Er wollte nicht mehr, dass ich rede und wurde noch viel wütender, wenn ich auf diesen Wunsch keine Rücksicht nahm.

Jetzt war mir natürlich klar, dass es okay ist, nicht reden zu wollen, aber ich konnte es nicht aushalten, bei meinem weinenden wütenden Kind einfach sitzen zu bleiben, ohne etwas zu TUN. Oft wurde mein innerlicher Druck so hoch, dass ich dann doch von ihm weggehen musste.

Ich war erleichtert, als ich in der Elternzeitschrift „Mit Kindern wachsen“ davon las, wie ein Vater solche Momente dazu nutzte, um seinem Kind gedanklich ganz viele liebevolle, stärkende Dinge „zuzuflüstern“. Er konnte alles, was der Gefühlsausbruch seines Kindes in ihm hervorrief, in liebende Energie verwandeln und auf diese Weise sein Gefühl von Hilflosigkeit und Nutzlosigkeit verlieren.

 

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Fragen Sie Ihr Kind, ob es eine Idee hat, was ihm helfen könnte.

So einfach. Und doch so selten genutzt. Die meisten Eltern glauben, dass sie immer alles wissen müssen und für alles eine Lösung parat haben müssen oder eben finden müssen. Das stimmt zwar insofern, als dass wir Großen verantwortlich für die Stimmung und für die Aufrechterhaltung der Beziehung sind, aber wir müssen nicht alles wissen. Erst recht nicht alles, was eigentlich Ihr Kind betrifft. Denn nur dieses lebt sein Leben, lebt in seinem Körper, weiß, wie es sich anfühlt und vielleicht immer mehr, was es brauchen könnte.

Oft haben Kinder erstaunliche Ideen und Vorschläge. Und haben sie einmal keine rechte Idee ist das auch okay, denn alleine die Frage eröffnet die Möglichkeit, dass sie die Lösung in sich tragen und sie lernen, in sich hinein zu spüren und sich selbst wichtig zu nehmen, anstatt sich darauf zu konzentrieren, die Lösung im Außen zu suchen.

 

Bieten Sie immer wieder Körperkontakt an.

Achten Sie dabei selbstverständlich auf die Wünsche Ihres Kindes sowohl, was das „Wann“ als auch was das „Wie“ angeht. 

 

Verwandeln Sie die Wut!

Dieses sollte niemals der erste Vorschlag sein. Stellen Sie sich mal vor, Sie sind wütend auf Ihren Partner, weil er etwas vergessen hat, was er Ihnen versprochen hat und er reagiert auf diese Wut mit der Idee, dass sie doch mal ein paar mal das Treppenhaus hoch und runter laufen könnten, damit Sie sich abreagieren. Das würde vermutlich nicht zu mehr Harmonie zwischen Ihnen beitragen.

Aber wenn klar ist, dass die kindlichen Gefühle von Ihnen gesehen und verstanden wurden, wenn Sie in BEZIEHUNG miteinander sind und die Wut nicht „weggeht“, dann kann es eventuell helfen, mit der Wut etwas Kreatives und Lustiges zu machen:

Mit Socken auf Plakatfiguren werfen, mit Nägeln einen Karton malträtieren, Stampf-Tänze zu lauter Musik (tut auch den angegriffenen Müttern gut), Wettrennen, jemanden so doll drücken, wie man wütend ist (und später wieder, wie man sich lieb hat)…

 

Mann, ist der Artikel lang! Lesen Sie überhaupt noch mit???

Jetzt ist der Werkzeugkoffer voll, aber vermutlich nicht vollständig. Vielleicht hat sich bei Ihnen ja noch etwas anderes als wirkungsvoll erwiesen? Dann schreiben Sie es mir gerne in die Kommentare.

Es geht nicht um DIE Methode, sondern es geht um Verbindung. Mit sich und mit Ihrem Kind. Und die kann so vielfältig sein.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Freude, Neugierde und Kraft dabei, Ihr Kind immer mehr kennenzulernen, ihm zu helfen seine Gefühle zu verstehen, es zu begleiten und sich dabei – paradoxerweise – immer mehr darüber klar zu werden, wer Sie selber sind.

Was aber, wenn Sie selbst wütend werden und der Werkzeugkoffer klemmt?
Das lesen Sie bald in meinem nächsten Artikel.

Welche Strategien sind nicht so beziehungsfördernd und können Kinder kränken? Das war Thema in Teil 1.
Wie kann ich mit meiner eigenen Wut umgehen? Lesen Sie hier.
Und wenn es so aussieht, als ob der Wutanfall absichtlich ist – was mache ich dann? Darauf gehe ich hier ein.

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Natascha Makoschey (33) hat einen 8-jährigen Sohn und arbeitet als Kinderkrankenschwester in der Geburtshilfe. Wenn sie nicht gerade Bücher liest, zwangsweise Uno spielt oder darüber nachdenken muss, welchen Pokémon sie am liebsten mag, dann quatscht, strickt oder singt sie.

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