Schule

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Der tägliche Kampf

Jetzt geht es wieder los:

Das fremdbestimmte Leben, wo morgens der Wecker klingelt. Wo ich mein Kind nur noch müde und schlecht gelaunt erlebe, weil es sowohl morgens um halb sieben noch nicht ansprechbar ist und auch nachmittags um 16 Uhr nicht mehr wirklich viel Energie hat. Wo wir uns über Hausaufgaben streiten müssen und ich mit meinen widerstreitenden Gefühlen kämpfen muss.

Das eine, das meinen Sohn frei aufwachsen lassen will und ihm vertrauen möchte. Das andere, das Sorge hat, dass er nicht mitkommt. Das die Drohungen der Lehrer hört und Angst hat, dass mein Sohn mir irgendwann vorwirft, ihn nicht mehr zum Lernen angehalten zu haben.

Aber von vorn:

Schon früh war mir klar, dass ich meinen Sohn sowohl um seinet- als auch um meinetwillen nicht in eine Regelschule geben kann, weil wir beide daran kaputt gehen. Ich selbst habe bereits als Jugendliche gegen die Ungerechtigkeit, das Hierarchiedenken und die Willkür des Schulsystems im Allgemeinen und gegen die einzelner Lehrpersonen im Besonderen rebelliert. Auch hatte ich mich bereits zu Kindergartenzeiten meines Sohnes darüber aufgeregt, wie respektlos oft auch die Eltern behandelt werden und wie sehr sie dazu genötigt werden, sich dem System anzupassen anstatt sich (soweit es möglich ist) den einzelnen Kindern und ihren Bedürfnissen anzupassen.
Ich wollte dieses Gefühl des Ausgeliefertseins und der Unmündigkeit nicht weiter erleben.

Kürzlich erzählte mir eine Freundin, dass sie ihren 3,5-jährigen Sohn nicht mit dem Buggy in den Kindergarten bringen darf. Die Erzieher hätten ihr das verboten. Das Kind könne schließlich selbst laufen und dies dürfe sie ihm nicht abnehmen.

Ich weiß gar nicht, worüber ich entsetzter bin: Über den massiven Eingriff in die Würde der Mutter und ihr Recht, ihre Erziehung nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten oder die totale Pauschalisierung, die völlig an den Wünschen, Bedürfnissen von Mutter (oder Vater) UND Kind vorbei geht.

Ich habe in den nächsten Stunden über diesen Satz „Das kannst du alleine“ nachgedacht.Was ist das eigentlich für eine Aussage?

Fast alle Dinge, um die ich andere Menschen bitte, kann ich alleine.

Dementsprechend dürfte ich niemals um etwas bitten. Ich bitte aber meinen Partner (UND mein Kind) mir etwas anzureichen oder gar zu bringen, weil ich z.B. mit etwas anderem beschäftigt bin oder – ganz ehrlich – auch einfach mal zu faul bin, aufzustehen.

Ich gehe davon aus, dass mein Partner keinerlei Befürchtungen hat, dass ich eine bestimmte Tätigkeit (wie Tisch decken oder die Spülmaschine ausräumen) verlernen könnte, wenn ich sie mal einmal nicht ausübe.

Woher kommt diese Sorge also bei unseren Kindern?