Druckerman

Was für aufregende Wochen!

Im Augenblick bewegt mich ganz viel Privates. Ich habe wieder begonnen zu daten und versuche meinen Bindungsmustern auf die Spur zu kommen. Ich versuche zu mir selbst zu stehen und nur noch Dinge zu sagen, tun und zu versprechen, die sich richtig und gut anfühlen. Eine sehr spannende Challenge. Kann ich den Alleinerziehenden unter meinen Lesern nur empfehlen.

Aber daneben gab es auch zwei andere Ereignisse, die mich stark bewegt haben. Zum einen fand Ende April der AfS-Stillkongress statt. Ich war das erste Mal dabei und bin begeistert!

All diese engagierten und begeisterten Frauen, all die stillenden, getragenen, barfüßigen Kinder… Es war eine tolle Atmosphäre, die ich neben allem sachlichen Input unfassbar genossen habe.

 

Embrace – Du bist schön

Und dann lief am 11. Mai in vielen deutschen Kinos der Film „Embrace – Du bist schön!“. (In Köln läuft er übrigens auf jeden Fall noch bis zum 24.Mai in der Astor Filmlounge. Alle Termine finden sie hier. Die Astor Filmlounge ist sowieso einen Besuch wert. Und nehmt Männer mit. Diesen Film müssen auch viele Männer sehen!)

Für meine artgerecht-Prüfung habe ich mich im letzten Beitrag dem frühen Durchschlafen von Säuglingen gewidmet. Über diesen Artikel wurde in einigen Gruppen rege diskutiert und ich darf nun meine Kompetenzen ausweiten, mit Gegenwind umzugehen. 😉

Da ich mich ja themenmäßig an dem Buch „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“ entlang hangele und dieses Buch per se nicht bedürfnisorientiert ist, ist der Sprengstoff quasi schon im Paket mit inbegriffen. Und da meine Aufgabe nicht ist, einfach alles scheiße zu finden, was die Autorin Pamela Druckerman so von sich gibt, sondern mich damit AUSEINANDER zu setzen, werde ich das auch weiterhin tun.

Allerdings möchte ich noch einmal klarstellen, dass es sich hier um MEINE Gedanken handelt und nicht um allgemeingültige Wahrheiten. Denn die gibt es meiner Ansicht nach sowieso nicht.

 

Die Haltung ist entscheidend (und von außen oft nicht erkennbar)

Letzte Woche habe ich mich im Rahmen meiner artgerecht-Prüfung mit den einleitenden Kapiteln des Buches „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“ von Pamela Druckerman beschäftigt. Es ging hier um das Thema ‚Schwangerschaft und Geburt‘.

Im folgenden Kapitel beobachtet Druckerman, dass französische Babys schon mit 2-3 Monaten durchzuschlafen scheinen und macht sich auf die Suche nach Antworten, woran das liegen könnte.

Sie hört die Behauptung, dass Mütter ihren Kindern erst beibringen nachts im 2-Stunden-Rhythmus gestillt zu werden. Mit seinem Kind nachts wach zu bleiben, wird nicht als „elterliches Engagement“ gewertet.

Wie einige sich vielleicht noch erinnern, habe ich in letztem Jahr eine Ausbildung zum artgerecht-Coach gemacht. (Wen das interessiert: Hier könnt ihr noch einmal von meinen verschiedenen Eindrücken lesen.)

Nun steht die Prüfung an, in der ich sehr viel schreiben und vor allem DENKEN muss. Ich habe mich entschieden Euch aus ressourcenschonenden Gründen blogtechnisch auf diese Reise mitzunehmen.

Die Aufgabe an die ich mich als Erstes wagen möchte, ist das Lesen eines Buches, das Gegenthesen vertritt und zu diesem quasi eine Gegendarstellung zu erstellen. Vorgeschlagen waren hier zum Beispiel Bernhard Buebs „Lob der Disziplin“, natürlich Anette Kast-Zahns „Jedes Kind kann schlafen lernen“ oder Amy Chuas „Die Tigermutter“.

Zu allererst einmal erfreulich, dass diese Bücher alle nicht in „meiner“ Stadtteilbibliothek zu finden waren. Stattdessen unfassbar viele Bücher von Jesper Juul, Herbert Renz-Polster, Katia Saalfrank und so weiter. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Sehr prominent war „Schlaf gut, Baby“ ausgestellt. „Jedes Kind kann schlafen lernen“ fand ich völlig falsch eingeräumt bei den Büchern zum Thema Pubertät und habe es dort einfach mal gelassen. 😉

Entschieden habe ich mich dann für das Buch der amerikanischen Autorin Pamela Druckerman „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“. Da hat mich schon der Titel geärgert. Ist immer eine gute Voraussetzung um auch die Energie aufzubringen, das Buch zu lesen und auseinander zu pflücken.

Zu meiner großen Überraschung finde ich das Buch aber bisher sogar amüsant und es stößt mich auf einige interessante Denkanstöße, die ich nicht erwartet hatte. Auch wenn ich an vielen Stellen zu völlig anderen Schlussfolgerungen komme und das Buch mitsamt seinen Ratschlägen niemals empfehlen würde.